Ordensritter

Die Spitze des Ordens bildeten die Ordensritter. Mit weißen Mänteln und schwer gerüstet entsprechen sie dem allgemeinen Bild des Templers. Tatsächlich stellten sie nur einen kleinen Teil der Templerfamilie dar. Ursprünglich genügte es ein freier Mann zu sein, um Ordensritter zu werden. Später entschied die ritterliche Herkunft und das Vermögen der neuen Rekruten über ihren Stand innerhalb des Ordens. Zur Ausstattung eines Ritters gehörten drei Pferde, ein Knappe und ein Zelt. Drei Pferde als Mitgift aufzubringen war auschließlich Adeligen möglich, sodass allen anderen der weiße Mantel verwehrt blieb. Hinzu kam, dass in der Regel auch nur Adelige von klein auf im Waffenhandwerk unterwiesen wurden, so dass die Ordensritter die militärische Elite und damit die vorderste Schlachtreihe im Templerheer darstellten. Als Mönche und Ritter in einer Person gelobten fast alle Ordensritter bei der Aufnahme Armut, Keuschheit und Demut. Es gab jedoch auch Fälle von Aspiranten (Donats/Conratres, siehe unten), die sich ihr Gelöbnis auf unbestimmte Zeit vorbehielten, und erst später, beispielsweise nach dem Tod der Ehefrau oder auf dem Sterbebett, als „vollwertige“ Büder in den Orden eingingen. Trotz eines Lebens voller Entbehrungen ließ gute Rekrutierungsarbeit in den Anfangsjahren, die Fürsprache des wohl bedeutensten Theologen seiner Zeit, Bernhard von Clairvaux, und die Aussicht auf Errettung deSeele nach dem Tod viele junge, vornehmlich französische Adelige dem Orden beitreten. Die Ordensritter waren sich ihrer Elitären Position durchaus bewusst, weshalb ihnen wohl schon damals gleichermaßen Bewunderung für ihre Taten und Verachtung angesichts ihres Hochmuts entgegengebracht wurde.