Wichtige Personen

Hugo von Payns
Der Gründer des Tempelordens stammte aus Payns (oder Payens), einem kleinen, etwa zehn Kilometer von Troyes entfernten Ort in der Champagne. Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Hugo von Payns wurde schon vor 1100 zum Ritter geschlagen, war Herr von Montigny-Lagesse und besaß Ländereien im Gebiet von Tonerre.

Er unterhielt gute Beziehungen zum Herrscherhaus der Champagne; seine Familie war verwandt mit der des Bernhard von Clairvaux. Mit dem Kirchenlehrer verband ihn zeitlebens eine enge Freundschaft. Manche Quellen behaupten, dass Hugo von Payns schon am ersten Kreuzzug teilnahm; sicher ist aber nur, dass er 1104 gemeinsam mit dem Grafen Hugo von der Champagne ins Heilige Land pilgerte.

Nach einer kurzen Rückkehr in den Okzident reiste er 1114 erneut nach Palästina. Im Jahre 1119 vollzog er gemeinsam mit acht anderen Brüdern in Jerusalem die Gründung des Templerordens. Hugo von Payns wurde erster Großmeister der Rittergemeinschaft und war 1128 auf dem Konzil von Troyes an der Vorbereitung der Ordensregel beteiligt.

Bei diesem Aufenthalt im Okzident rekrutierte er auch zahlreiche neue Brüder in ganz Europa. Bis 1136 beteiligte er sich noch an Verhandlungen über die Teilnahme der christlichen Ritterorden an der Reconquista in Spanien. Am 24. Mai 1136, also lange bevor die Gespräche zum Abschluß kamen, starb Hugo von Payns.




Jacques de Molay
Jacques de Molay wurde 1244 als Sohn eines Landedelmannes in Franche-Comte geboren. Bereits 1265 trat er dem Templerorden bei. Um 1275 zog er ins Heilige Land und stieg auf zum Komtur von Akkon (1285). Als Akkon verlorenging und die Lateiner aus dem Orient zurückgedrängt wurden, floh er nach Zypern; 1294 wurde er zum Großmeister des Ordens gewählt. Molay versuchte jahrelang, von Zypern aus wieder im Heiligen Land Fuß zu fassen.

Auf Reisen durch Europa warb er um das Einverständnis der Königshäuser für einen neuerlichen Kreuzzug. Nachdem die Regenten sich jedoch zögerlich verhielten, startete Molay ab 1300 eine eigene Militäraktion gegen die Festung Tortosa und die ihr vorgelagerte Insel Ruad.

Zwei Jahre hielten sich die Templer auf dem Eiland. 1302 jedoch brach auch dieser letzte Vorstoß christlicher Truppen in den Orient endgültig zusammen. Der Mißerfolg der schlecht geplanten Aktion diskreditierte Molay, der ohnehin als nur mäßig begabter Meister galt, erheblich.

Als Molay 1306 vom Papst zu Beratungen über einen neuen Kreuzzug nach Paris gerufen wurde, kam er dieser Einladung gern nach. 1307 jedoch wurde er von den Truppen König Philipps verhaftet und eingekerkert. Im Verlaufe des folgenden Prozeßes gegen die Templer gestand Molay zunächst die ihm und dem Orden zur Last gelegten Verbrechen, widerrief sein Geständnis jedoch später wieder. Nach siebenjähriger Kerkerhaft wurde er zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Am 18. März 1314 verbrannte man Jacques de Molay in Paris


Esquieu de Floyran
Im Zentrum der Anklage gegen den Templerorden stand die Aussage eines seiner ehemaligen Brüder, eines gewissen Esquieu de Floyran. Man weiß nicht viel über diesen Mann, der für die Templer gleichsam zur Schicksalsfigur wurde, denn seine Berühmtheit begann erst mit seinem Verrat. Floyran stammte aus Beziers und war der Prior von Montfaucon gewesen.

Er war jedoch wegen Mordes an einem Ordensoberen erst von den Templern ausgeschloßen und danach von der Staatsmacht ins Gefängnis gesteckt worden. Angeblich hatte Nogaret den Ausgestoßenen dort ausfindig gemacht. Wie es heißt, hörte man seine Gespräche mit einem Mitgefangenen ab, in denen Floyran von den Verbrechen des Templerordens erzählte.

Man sagte ihm Begnadigung zu für den Fall, dass er seine Anschuldigungen an höchster Stelle wiederholte. 1305 schrieb Floyran tatsächlich einen Brief an den König von Aragon, Jakob I., in dem er die Templer schwer belastete.

Nachdem der König sich weigerte, dem Verräter Glauben zu schenken, wandte dieser sich Anfang 1307 offiziell an König Philipp. Floyran wurde in der Folge zum Kronzeugen des Prozeßes; seine Aussage, aufgebauscht von den Legisten des Königs, lieferte den Vorwand für das gesamte Verfahren. Was aus Esquieu de Floyran selbst wurde, ist unbekannt geblieben.


Philipp der Schöne (Philipp IV.)
Der französische Monarch, geboren 1268 in Fontainebleau, forcierte nach seiner Heirat mit Johann I. von Navarra (Erbin der Champagne) die Ausdehnung der Krondomäne und deren Vereinigung mit dem Königreich.

Nach seiner Krönung 1285 erweiterte Philipp die Krondomäne auf Kosten des Heiligen Römischen Reiches um Lille, Douai und Bar. Seine eminenten finanziellen Probleme suchte der König durch Ausplünderung der Juden und Besteuerung des Klerus zu lösen, wobei letzteres zu einem offenen Konflikt mit Papst Bonifaz VIII. führte.

Das Attentat gegen Bonifaz durch Wilhelm Nogaret sowie die Verlegung des Papstsitzes nach Avignon durch Papst Clemens V. schwächten das Papsttum entscheidend, so dass Philipp nicht nur seine Steuerforderungen, sondern auch die Auflösung des finanzstarken Templerordens gegen päpstlichen Willen durchsetzen konnte.

Philipp galt als intelligent und streitbar, umgab sich schon früh mit juristischen Beratern und regierte innen - wie kirchenpolitisch als frühster Monarch in der Manier eines absolutistischen Herrschers. Er starb am 29. November 1314 in Fontainebleau.


Wilhelm Nogaret
Der französische Rechtsgelehrte und Staatsmann Wilhelm Nogaret, geboren zwischen 1260 und 1270 in Saint-Felix (bei Toulouse), ist als unerbittlicher Staatsanwalt und Chefankläger Philipps in die Geschichte eingegangen.

Nogaret war schon 1296 Mitglied der Staatsrates und 1303/04 bzw. 1307-1313 auch Kanzler Frankreichs. Der hagere Mann, dessen furchterregendes Gesicht allen Mitmenschen großen Respekt einflößte, diente seinem König mit fanatischem Eifer. Die Prozeßwut des Monarchen unterstützte der Kirchenhaßer Nogaret nach Kräften mit seinem großen juristischen Können, doch schreckte er bei der Verfolgung seiner Ziele auch vor echten Verbrechen nicht zurück.

So soll er in das Schlafzimmer des Papstes Bonifaz VIII. eingedrungen sein, den 84jährigen Pontifex mißhandelt und beraubt haben, um ihn so dann gefangenzunehmen (Anschlag von Anagni, 1303). Zwar wurde er für dieses unerhörte Vergehen vorübergehend gebannt, doch starb Bonifaz bald darauf - wahrscheinlich an den Folgen des Attentats. Auch den folgenden Papst soll Nogaret auf dem Gewissen haben: Ihm ließ er angeblich vergiftete Feigen servieren. Im Templerprozess galt Nogaret als akribischer und unerbittlicher Sammler von Beweisen und Anklagepunkten gegen den Orden. Unter seiner Leitung verlief auch die Polizeiaktion gegen die Tempelritter. Nogaret persönlich verhaftete im Pariser Temple den Großmeister Molay. Dessen Tod auf dem Scheiterhaufen erlebte er jedoch nicht mehr: Er starb im April 1313 in Paris.


Papst Clemens V. (eigentlich: Bertrand de Got)
Der in der Gascogne geborene Bertrand de Got war seit 1299 Erzbischof von Bordeaux und wurde 1305 zum Papst gewählt. Im Prozeß gegen die Templer stand er auf Seiten des Ordens, geriet jedoch gegenüber dem forschen und unnachgiebigen Vorgehen König Philipps rasch in die Defensive.

Hatte er 1307 noch gegen das Verhalten des Monarchen protestiert, so ließ er 1308 mit der Bulle Faciens misericordiam das Verfahren gegen die Templer anordnen und gab später zahlreichen Ländern den Befehl, in den Verhören die Folter anzuwenden.

Es schwächte die Position des Papstes zusätzlich, dass er den Papstsitz von Italien nach Avignon verlegte; damit zog er auch in Kirchenkreisen erhebliche Kritik auf sich. Unter dem Druck Philipps und angesichts der zahllosen Geständnisse der Templer veröffentlichte Clemens am 22. März 1312 auf dem Konzil von Vienne die Bulle Vox in excelso, in der er den Templerorden aus eigener Machtbefugnis aufhob.

Während des Prozeßes (und noch lange danach) verbreiteten sich Gerüchte, der Pontifex habe sich in seinem Urteil über die Templer bestechen lassen. Am 20. April 1314, kurz nach der Hinrichtung Molays, starb Papst Clemens in Roquemaure (Gard).


Bernhard von Clairvaux
Der Abt und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux, geboren um 1090 im Schloß von Fontaine (Dijon), gilt als die mit Abstand einflußreichste Person der mittelalterlichen Kirchengeschichte. Er stammte aus burgundischem Adel und trat nach dem Besuch der Schule von Notre-Dame in Châtillon im Jahre 1112 mit 30 von ihm geworbenen Kandidaten in das zisterziensische Reformkloster von Citeaux ein.

1115 gründete er das Tochterkloster von Clairvaux Clara-Vallis(Departement Aube), das seinerseits ab 1118 eine große Zahl von Tochterklöstern in ganz Europa unterhielt. Das theologische Schaffen Bernhards war geprägt von einer strengen und traditionsbewußten christlichen Sokratik, in deren Mittelpunkt eine besondere Betonung der Busse und der Demut stand. Seine Zwei-Schwerter-Lehre, die geistliche und weltliche Gewalt zwar trennte, aber zugleich unter bestimmten Umständen den Gebrauch des weltlichen Schwertes zu geistlichen Zwecken billigte, entsprach den Grundsätzen des Mönchsrittertums und den Erfordernissen der Kreuzzüge.

1128 verfaßte der Templerorden auf dem Konzil von Troyes seine Ordensregel unter Bernhards Federführung; 1146 predigte der Kirchenlehrer im Auftrag des Papstes Eugen III. erfolgreich den zweiten Kreuzzug. Die Schriften, Briefe und Predigten Bernhards beeinflußten Theologen bis in die Neuzeit.

Wegen seiner Beredsamkeit, Frömmigkeit und charismatischen Ausstrahlung nannte man den Mönch bereits im 15. Jahrhundert Doctor methfluus (honigfließender Lehrer). Die Epoche seines Wirkens wird in der Kirchengeschichte nicht selten als Bernhardinisches Zeitalter bezeichnet. Bernhard von Clairvaux starb am 20. August 1153 im Kloster zu Clairvaux.


König Alfons VIII
König Alfons von Kastilien wurde am 11. 11. 1155 in Soria geboren. Nach seiner Heirat mit Eleonore, der Tochter Heinrichs II. von England, machte es sich der Monarch zur Aufgabe, die soeben gewonnene Vormachtstellung Kastiliens auf der Iberischen Halbinsel zu sichern und auszubauen.
1212 gelang ihm schließlich im Verein mit den Königreichen Navarra, Aragon und einem Heer europäischer Ritter der entscheidende Schlag gegen die Mauren: Bei Las Navas de Tolosa (nahe Jaen) besiegte er starke almohadische Streitkräfte und brach damit endgültig die maurische Macht in Spanien. Nach langer und erfolgreicher Regierungszeit starb Alfons VIII. am 6. 10. 1214 in Gutierre-Munoz.


Diniz (eigentl.: Dionysius)
Der portugiesische König Diniz, Sohn Alfons III., wurde am 9. Oktober 1261 in Lissabon geboren. Seit 1279 war er Monarch des Königreichs Portugal, dessen innere Stabilität er erreichte und das er durch die Stiftung von Univeritäten und Förderung der Rechtspflege nachhaltig beeinflußte. Prägend für die Epoche Diniz´ war die umsichtige Außenpolitik, mit der der König Portugal gegen seine Feinde absicherte. So schloß er 1279 ein Grenzabkommen mit Kastilien und 1308 einen Freundschaftspakt mit England. Durch ein Abkommen mit dem Klerus (1289) legte er die Einkommensangelegenheiten endgültig in Staatshände und entzog der Kirche innenpolitischen Einfluß.

Neben dieser politischen Sicherung des Staates ließ Diniz auch die Grenzen stark befestigen. Kulturell ist die Regierungszeit Diniz´ nicht minder bedeutungsvoll: Die Literatur der portugiesischen Troubadoure wurde von ihm nicht nur gefördert, sondern der Monarch verfaßte auch selbst zahlreiche beachtete Lieder, was ihm den Beinamen Dichterkönig einbrachte.
Nach der Auflösung des Tempelherrenordens stiftete Diniz, der sich an der Vernichtung des Ordens nicht beteiligte, den Christusherrenorden (1317), den er auf die nationalen Ziele einschwor. Er starb am 7. Januar 1325 in Santarem.


Jaime I. - Beiname: der Eroberer (Jaime el Conquistador)
Der aragonesische König Jaime I. wurde am 22. Februar 1208 in Montpellier geboren. Den Thron Aragons bestieg er bereits mit fünf Jahren; im zarten Alter von 21 befehligte er den Feldzug gegen die maurisch kontrollierten Balearen, auf dem er zwischen 1229 und 1235 Mallorca und Ibiza einnahm.

Ab 1232 wandte er sich außerdem gegen das Königreich Valencia, das er 1238 eroberte. Zu den großen Verdiensten des Königs gehörte es, erstmals ein Seerechtsbuch redigieren zu lassen. Sein Buch der Taten hingegen, in dem Jaime über seine ruhmreichen Schlachten schwadroniert und außerdem seine allgemeinen Lebensüberzeugungen zum Besten gibt, dürfte nach heutigem Kenntnisstand das Werk eines Ghostwriters sein.

Jaimes außenpolitische Strategie (und die seiner Nachfolger) bestand darin, eroberte Gebiete lokalen Herrschern zu überlassen und dennoch dem Königreich Aragon die Oberaufsicht über sie zu sichern. In einem derartigen Verhaeltnis befand sich auch das Königreich Mallorca, das 1276 (unter Jaime II., dem Enkel Jaimes I.) pro forma selbstständig wurde, faktisch aber weiter von Aragon regiert und 1343 von diesem endgültig wieder einverleibt wurde.


Jaime II. - auch: Jaime el Justo (Jaime der Gerechte)
Jaime II. wurde 1267 in Valencia geboren. 1285 wurde er König von Sizilien, 1291 Thronfolger des Königreichs Aragon, 1295 auch Herrscher von Sardinien und Korsika. Jaime II. stand mit dem Templerorden bis 1308 in recht gutem Einvernehmen. Die Ordensritter hatten bei der Reconquista, der Rückeroberung arabischen Territoriums auf der Iberischen Halbinsel, loyal an der Seite der Könige gekämpft und als Lohn zahlreiche ihrer mächtigen aragonesischen Burgen erhalten.

Mit dem Beginn der europaweiten Verfolgung der Templer jedoch aenderte auch Jaime seine Meinung und schloß sich dem Komplott der Monarchen gegen den Ritterorden an: Am 1. Dezember 1308 ließ er die Templer Aragons verhaften - allerdings nur, soweit dies umstandslos möglich war, denn in zahlreichen Festungen verschanzten sich die Ordensritter und leisteten erheblichen Widerstand.

Einige der Burgen mußten monatelang belagert werden. Mit dem Fall der Festungen beschlagnahmte Jaime II. das Templervermögen, damit es nicht in die Hände des Klerus falle. Unter Jaimes Führung wurde in Aragon nach der Vernichtung der Templer der Montesa-Orden gegründet, dem das Erbe des zerschlagenen Ritterbundes übergeben wurde. Jaime II. starb am 2. November 1327 in Barcelona.

Sancho
Sancho, ein Sohn Jaimes II. von Aragon, bestieg 1311 den Thron des Königreichs Mallorzirka Seine dreizehnjährige Regierungsepoche verhalf dem Königreich Mallorca zu seiner höchsten Machtentfaltung und dem Hafen Palmas endgültig zur Schlüsselbedeutung im mediterranen Seehandel. Allerdings zeichnete sich schon während Sanchos Regentschaft der Wunsch des Königreichs Aragon ab, Mallorca wieder offiziell seiner eigenen Hoheit zu unterstellen.

Die tragische Wendung der Geschicke Mallorcas erlebte Sancho jedoch selbst nicht mehr. Denn als er 1324 starb und seine Neffe Jaime III. (im Alter von nur 9 Jahren) den Thron bestieg, sah Aragon die günstige Gelegenheit gekommen: 1343 eroberte Perdo IV. von Aragon (ein Vetter des mallorquinischen Königs) die Insel und unterstellte sie (nach dem Schlachtentod Jaimes III.) wieder Aragon, wodurch das Königreich Mallorca endgültig erloschen war.


Ramon Llull (auch: Raimundus Lullus)
Der katalanische Schriftsteller und Philosoph Ramon Llull wurde zwischen 1235 und 1235 in Palma de Mallorca geboren. Er entstammt einer vornehmen Familie und gelangte schon früh an den Hof des Königs von Aragon, wo er zunächst als Diener tätig war. Als junger Mann führte Llull ein recht sinnenfrohes Leben, wurde dann aber im Alter von 30 Jahren durch eine Christusvision geläutert und fühlte sich fortan berufen, als Missionar die Welt zu bereisen. Seine ausgedehnten Pilgerfahrten führten ihn u.a. nach Italien, Frankreich, Nordafrika und in den Vorderen Orient. Er studierte verschiedene Sprachen, darunter Arabisch, und verfaßte mehr als 240 längere Schriften, in denen er seine religiösen und philosophischen Grundsätze darlegte.

Dabei ging er von der Überlegung aus, dass alle Wissenschaften sich aus einem System von obersten und unumstößlichen Wahrheiten ableiten ließen. Llulls Werke fanden sowohl in ihrem poetischen Wert als auch in ihrer philosophischen Qualität schon früh höchste Anerkennung und große Verbreitung.

Bekannt wurde sein Buch Vom Ritterstand (1275), in dem Llull seine moralischen Forderungen an die Ritterschaft formulierte. Die größte Beachtung aber fand das Buch vom Heiden und den drei Weisen (1273), in dem drei Vertreter der drei großen Offenbarungsreligionen einem Ungläubigen die Prinzipien ihres Glaubens darlegen. Dieses Werk wurde schon im Spätmittelalter ins Hebräische und Französische übersetzt, war in klerikalen Kreisen jedoch umstritten.

Llull selbst schrieb in Arabisch und Katalanisch, das er durch sein Werk erstmals in den Rang eines anerkannten künstlerischen Ausdrucksmittels erhob. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmete er sich aber auch den Wissenschaften; unter anderem verfaßte er Werke zur nautischen Navigation und erwähnte erstmals die Bussole, eine frühe Form des Magnetnadelkompasses. Die Umstände des Todes Ramon Llulls sind nicht eindeutig überliefert. Wie es heißt, starb er 1315 auf einer Schiffsreise; einige Quellen behaupten aber auch, er sei in Algerien zu Tode gesteinigt worden. Sein Grab befindet sich in der Kirche San Francisco zu Palma de Mallorzirka

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