Aufbau und Hierachie des Ordens

Nikolaus Berchovesche von Wilkinghof und Peter von Thüringen
aka Nikolas Berghoff und Peter Jahn




Enleitung:

Die innere Ordnung des Templerordens war trotz der innovativen Vereinigung von Rittertum und Klerus beispielhaft für die feudale Gesellschaft des zwölften Jahrhunderts.
Die Angehörigen des Ordens unterteilten sich in Kämfende, Betende und Arbeitende. Während die Ritter und Sergenten den Kern des Ordens darstellten, gab es Kapläne, die sich als Geistliche in den Dienst des Ordens stellten. Hinzu kamen die große Anzahl an dienenden Brüdern, die Entweder als Leibeigene oder als freie Bauern und Handwerker das Land bestellten und die Wirtschaftskraft des Ordens sicherten. Typisch für das Weltbild des Mittelalters, dass jedem Mensch ein Platz im Leben zugewiesen ist, war es auch im Templerorden nicht möglich innerhalb der Stände aufzusteigen.
Der Templerorden kann guten Gewissens als die wohl erste große internationale Organisation bezeichnet werden. Mit Ordensniederlassungen in Frankreich, England, Portugal, Spanien, Deutschland und natülich im Heiligen Land waren die Templer gewissermaßen der „Global Player“ ihrer Zeit.
Die Rekrutierungsstrategie war einfach. Wer für Christus kämpfte oder sogar starb, dem winkte das ewige Seelenheil. Kein Wunder also, dass gerade jene, die etwas wieder gutzumachen hatten sich berufen fühlten sich im Dienste des Ordens von ihren Sünden reinzuwaschen. Mit anderen Worten, während die Gründer des Ordens um den ersten Großmeister Hugo de Payens tief religiöse Männer waren, rekrutierte sich der Orden in der Folgezeit vornehmlich aus allen Sündern der christlichen Welt.
Um aus diesem Haufen von Rabauken eine funktionierende Einheit zu machen schuf sich der Orden eine stränge klösterliche und militärische Disziplin, die aus den Ordensregeln aus dem Jahre 1129 hervorgeht.



1. Die Stände innerhalb des Ordens:


Ordensritter

Die Spitze des Ordens bildeten die Ordensritter. Mit weißen Mänteln und schwer gerüstet entsprechen sie dem allgemeinen Bild des Templers. Tatsächlich stellten sie nur einen kleinen Teil der Templerfamilie dar.
Ursprünglich genügte es ein freier Mann zu sein, um Ordensritter zu werden. Später entschied die ritterliche Herkunft und das Vermögen der neuen Rekruten über ihren Stand innerhalb des Ordens. Zur Ausstattung eines Ritters gehörten drei Pferde, ein Knappe und ein Zelt. Drei Pferde als Mitgift aufzubringen war auschließlich Adeligen möglich, sodass allen anderen der weiße Mantel verwehrt blieb. Hinzu kam, dass in der Regel auch nur Adelige von klein auf im Waffenhandwerk unterwiesen wurden, so dass die Ordensritter die militärische Elite und damit die vorderste Schlachtreihe im Templerheer darstellten.
Als Mönche und Ritter in einer Person gelobten fast alle Ordensritter bei der Aufnahme Armut, Keuschheit und Demut. Es gab jedoch auch Fälle von Aspiranten (Donats/Conratres, siehe unten), die sich ihr Gelöbnis auf unbestimmte Zeit vorbehielten, und erst später, beispielsweise nach dem Tod der Ehefrau oder auf dem Sterbebett, als „vollwertige“ Büder in den Orden eingingen.
Trotz eines Lebens voller Entbehrungen ließ gute Rekrutierungsarbeit in den Anfangsjahren, die Fürsprache des wohl bedeutensten Theologen seiner Zeit, Bernhard von Clairvaux, und die Aussicht auf Errettung deSeele nach dem Tod viele junge, vornehmlich französische Adelige dem Orden beitreten.
Die Ordensritter waren sich ihrer Elitären Position durchaus bewusst, weshalb ihnen wohl schon damals gleichermaßen Bewunderung für ihre Taten und Verachtung angesichts ihres Hochmuts entgegengebracht wurde.


Sergenten

Die Sergenten oder Servienten, teilweise auch auch nur als dienende Brüder bezeichnet, stellten die die Basis des Templerheeres dar. Die Bezeichnung „dienende Brüder“ führt oft zu Verwechslungen mit den dienenden oder arbeitenden Brüdern, die als Handwerker und Bauern keine militärischen Dienste leisteten.
Jene, meist Gemeine, die keine drei Pferde als Mitgift aufbringen konnten, schlossen sich als Sergeanten dem Orden an. Auch sie waren meist beritten und kaum schlechter gerüstet als die Ordensritter. Auf einen Ordensritter kamen schätzungsweise zehn Sergeanten.
Die Sergenten nahmen wie die Ordensritter am klösterlichen Leben teil. Allerdings war es nicht unüblich, dass sich auch verheiratete Männer mit ihren Familien dem Orden anschlossen. Diese legten natürlich nicht die Gelübte ab.


Turkopolen

Als Hilfstruppen heuerte der Orden im Heiligen Land Sarazenische Konvertiten an. Diese einheimischen Söldner, Turkopolen gennannt, waren als leichte Reiterei und aufgrund ihrer Ortskenntnisse von großem militärischem Wert für den Orden.


Kapläne

Die Kapläne waren Priester, die selber nicht zur Waffe griffen. Sie zelebrierten die Gottesdienste und nahmen den Brüdern die Beichte ab. Sie waren keiner kirchlichen Macht außer dem Papst selbst unterstellt, waren also unabhängig von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern.
Jede Komthurey sollte für sich einen Kaplan haben. In der Praxis war jedoch häufig ein Kaplan für mehrere Komthureyen zuständig.


Dienende Brüder

Unter die dienenden Brüder fallen all jene, die durch ihre Arbeit die Bewirtschaftung der Komthureyen sicherstellten. Je nach regionalen gesellschaftlichen Gegebenheiten konnten sie Leibeigene, fronpflichtige freie Bauern oder Lohnarbeiter sein. Sie gehörten dem Orden an, hatten aber kein Gelübte abgelegt.
Gesondert müssen wohl die muslimischen Gefangenen betrachtet werden, die im heiligen Land für den Orden arbeiten mussten. Diese Sklaven können wohl kaum als Mitglieder des Ordens bezeichnet werden.


Knappen

Obwohl die Ordensregel nur gestandenen Männern (Vollendung des 18. Lebensjahr) den Eintritt in den Orden ermöglichte, ist eine Vielzahl von Ausnahmen überliefert. Es scheint üblich gewesen zu sein, dass Söhne, deren Väter als Ritter in den Orden eintraten ebenfalls Mitglieder des Tempels wurden und nach ihrer Ausbildung selbst Ritter wurden.


Schutzbefohlene

Es war üblich, dass Männer wie Frauen unterschiedlichen Standes sich dem Orden anschlossen. Viele männliche Adelige spendeten dem Orden beim Eintritt Geld und konnten so als Donats an den Priviliegien der Mitgliedschaft und am Prestige des Ordens teilhaben und sich den Schutz durch den Ordens, sowie die Möglichkeit irgendwann die Gelübte abulegen und zuletzt natürlich ihr Seelenheil gewissermaßen erkaufen. Andere verschenkten sich selbst an den Orden. Diese sogenannte „tradatio per hominem“ betraf vor allem Bauern, die sich gleich ob ursprünglich frei oder unfrei als Leibeigene in den Dienst des Tempels stellten.
Und dann gab es noch die Leibeigenen, die durch Landschenkungen an den Tempel mit dem Land auf dem sie wohnten den Besitzer wechselten.
Auch die Familien von Ordenmitgliedern genossen nach dem Tod des Vaters weiterhin den Schutz des Ordens.
Dann gab es noch die Confratres. Dies waren Männer und Frauen, die sich offiziell dem Orden anschlossen, ohne direkt am Leben der Templer teilzunehmen. Vielmehr waren sie Geldgeber, die sich gegen Spenden eine gute Beziehung zum Orden erkauften.



2. Ränge und Funktionen


Der Großmeister

Der Großmeister war das souveräne Oberhaupt des Ordens. Der Begriff des Großmeisters kam erst im 14. Jahrhundert auf. Die Ordensregel spricht ursprünglich lediglich vom Meister.
Der Großmeister wurde auf Lebenszeit gewählt und stand de facto sogar über der Ordensregel. Jedoch besaß die Kapitelvesammlung in wichtigen Angelegenheiten ein Mitspracherecht, sodass der Templerorden das monarchische Politikverständis seiner Zeit widerspiegelt. So wie die Vasallen einem König im Lehnseid Gehorsam schwören, so steht dem Adel eine gewisse Mitbestimmung zu.

Der Seneschall

Er war der zweithöchste Würdenträger im Orden. Der Seneschall war für die
quartiermeisterrei verantwortlich und besaß ähnliche Privilegien wie der Großmeister.


Der Komthur

Der Komthur war der Verantwortliche für eine bestimmte Provinz oder Ordensniederlassung. Die Komthure verwalteten die Ordenshäuser, sogennannte Komthureyen. Der Komthur von Jerusalem fungierte außerdem als Schatzmeister des Ordens.


Der Marschall

Er war für die Ausbildung der Ritter zuständig und galt als höchste Autorität in Kriegszeiten. Auf Komthrueyebene gab es auch einen Rittermarschall der das militärische Kommando über die Kämpfer einer Komthurey führte.


Der Untermarschall

Er unterstand dem Kommando des Ritter Marschalls, und kommandierte alle Sergeanten.
Obwohl er selbst Sergeant war genoss er hohes Ansehen und sein Status war mit dem eines Ordensritters vergleichbar.

Der Drapier

Seine Aufgabe war es die Ritter und Sergenten der Komthurey mit den nötigen Kleidungsstücken, je nach Jahreszeit auszustatten. Ihm unterstanden Knappen, die die erforderlichen Näharbeiten erledigten.


Der Bannerträger

Dieser Sergeant trug das schwarz weiße Banner des Templerordens, die Béauceant. Ihm oblag außerdem die Aufsicht über die Knappen.



Der Turkopolier

Der Turkopolier war ein Einheimischer, der das Kommando über die Turkopolen führte.




Bibliographie:

Alain Demurger; Die Templer – Aufstieg und Untergang 1120-1314
Martin Bauer; Die Tempelritter – Mythos und Wahrheit
Piers Paus Read; Die Templer

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